Thien Nguyen – King of YouTube-Comedy!

Krasse Karrieren: Zurheide-Newbies interviewen New Media Stars

V-logger  Thien Nguyen im Hard-Talk mit Jamal El Madani

Abi, Uni, Normalo-Karriere? Nicht für Thien – und nicht für JAP-Anwärter Jamal El Madani! Beide sind jung und leben ihren Traum, der eine real, der andere virtuell. Wohin bewegt sich das Internet? Muss man als YouTuber jedem Trend nachhecheln? Was ist wahre Freiheit? Braucht man wirklich einen Boss, der einen in die Bahn lenkt? Ein Think Tank über neue Vorbilder, nackte Haut im Netz, die Knackpunkte der Selbstständigkeit und den Unterschied zwischen konstruktiver und destruktiver Kritik. Das vorläufige Fazit: Jamal gewinnt neue Einsichten – und Thien einen neuen Abonnenten!

Jamal: Du hast dein Soziologie-Studium abgebrochen, um dein Hobby zum Beruf zu machen. Kann man denn von YouTube leben?

Thien: Es gibt viele Beispiele, dass das funktioniert, wie Grongh, alias ´Erik Range´, der seine eigene Internet-Agentur gegründet hat. Oder Bibi´s Beauty Palace: Ihre Produktmarke bilou ist inzwischen deutschlandweit in allen Rossmann-Filialen vertreten. Auch ich bin da sehr offen für Kooperationen oder neue Formate.

Jamal: Was geht denn gerade so ab bei dir?

Thien: Außerhalb meiner Plattform? Unter anderem eine Web-Doku, die ich mit einem Video-Produzenten drehe: real live, aber mit Anspruch, kein „Asi“-TV.

Jamal: Könntest du dir vorstellen, wie ein ganz normaler Angestellter morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen?

„Was geht ab, Leute?“ – Thien Nguyen gehört zu den Top-Influencern

Thien: Für mich sind ja gerade die festen Arbeitszeiten ein Knackpunkt. Deshalb habe ich mich bewusst dagegen entschieden. Freiheit definiert sich aber für jeden ganz individuell: Du kannst Dir auch als Angestellter kreativen Spielraum schaffen oder voll in einem Studium aufgehen.

Jamal: Es wird einem ja von klein auf eingetrichtert: Nur wer studiert hat, verdient später auch Geld …

Thien: Auch bei mir dauerte es eine Weile, bis mir klar wurde: Mein Hobby ist mein wahrer Beruf. Aber ich kann mich nicht beschweren: Bisher bin ich damit noch nicht damit auf die Fresse geflogen.

Jamal: Und wenn du mal eine Bauchlandung machst, kannst du wenigstens am nächsten Morgen noch in den Spiegel schauen …

Thien: Ich tu, was mein Herz mir sagt. Keiner lässt sich gern verbiegen, aber V-loggen ist natürlich auch eine Profession. Wie in jedem anderen Job musst du abliefern, auch wenn du mal nicht so gut drauf bist: in meinem Fall zwei Videos pro Woche.

Jamal: Wie ist denn dein Rat an junge Leute, die den Absprung vom Mainstream packen wollen?

Thien: Der goldene Weg muss nicht immer durch die Mitte führen, aber du brauchst einen Plan B. Ich habe anfangs weiter als Cutter gearbeitet. Irgendwann wuchs mein Kanal dann ziemlich krass.
Da stellte sich für mich die Frage: Was machst du aus dieser Reichweite? Was als reiner Spaß begann, hatte plötzlich eine wirtschaftliche Bedeutung.

Gute-Laune-Gig auf Knopfdruck: „Das ist die Marktwirtschaft, macht Apple ja auch!“

Jamal: Hut ab, du hast mittlerweile 417.158 Abonnenten. Muss man als YouTuber jeden Trend aufgreifen, um Traffic zu erzeugen?

Thien: Man muss nicht alles mitmachen, was gerade als cool gilt, auch nicht den angesagten „Dap“-Handshake. Ich bin nicht der Typ, der jedem Trend hinterherhechelt. Aber es ist meine Eigenart, dass ich den Leuten genau das gebe, was sie wollen.

Jamal: Damit bedienst du ja irgendwo auch die Masse …

Thien: Das ist unsere Marktwirtschaft, Apple & Co. tun das ja auch. Die Intention ist unterhalten, eine Ablenkung vom Alltag. Ich zeige deshalb eher meine spaßige Seite. Für tiefgründige Gespräche ist Youtube nicht so die Plattform.

Jamal: Aber für Prank-Videos und nackte Haut?

Thien: Auf meinem Comedy-Kanal wird das Thema Sex ja eher humorvoll behandelt. Auch Kinder sollten natürlich vor Inhalten geschützt werden, die nicht jugendfrei sind. Andererseits erfüllt das Internet eine wichtige Aufklärungsfunktion, besonders in Kulturkreisen, wo die Eltern traditionell nicht so aufgeschlossen sind. Verhütung ist ein großes Thema. Mich hat übrigens damals die Bravo aufgeklärt, zu Hause fand das nicht statt.

Jamal & Thien

Zurheide frontal – El Madani hakt nach

Jamal: Auf fast jeder Internet-Plattform gibt´s ja auch mal böse Kommentare. Wie gehst du mit Kritik um?

Thien: Das hängt davon ab, wie konstruktiv sie ist. Es ist ja allgemein nicht das schönste Gefühl, wenn jemand kommt und sagt, das ist falsch, was du machst. Du hast dir ja etwas dabei gedacht. Aber es bringt dich auch weiter, besonders, wenn dann brauchbare Verbesserungsvorschläge kommen.

Jamal: Und falls die Kritik destruktiv ist?

Thien: Dann ist sie nur für die Person ein Ventil, um Frust oder Wut abzubauen. Selber hast du natürlich nichts davon.

Jamal: Hat es eigentlich Nachteile, sein eigener Chef zu sein?

Thien: Du darfst nicht krank werden. Vor allem, wenn du kein Team im Rücken hast, das dich auffängt. Und bei längeren Ausfallzeiten kommt kein neues Geld mehr rein. Auch der Papierkram nervt: Trotz Steuerberater musst du ja die Kassenbons aufheben und Rechnungen schreiben.

Jamal: Wie beurteilst du die Entwicklung des Internets insgesamt?

Thien: Es vereinfacht das Leben, besonders die Infobeschaffung: Du kannst alles sekundenschnell googeln. Du brauchst keinen DVD-Player mehr für Videospiele, kein Reisebüro für Buchungen und im Prinzip nicht mal mehr in einen Laden zu gehen (lacht) – es sei denn zu Zurheide!

Mehr Facts zu Thien:
www.kick-management.de/thien-nguyen

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